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| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | ||||||||||||||
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Plötzlich aber kamen andere Stimmen dazu, zwei Frauenstimmen: „Ja aber meine Großmutter hatte schon dieses Kleid, und sie war ja Gräfin ich mochte sie, und ich liebe dieses Kleid.“...“Kind hör mir zu : das Kleid hat schon Risse, man kann es nicht mehr retten. Es ist schon alt, es franst, und überall ist es geschürft du es ist schon 50 Jahre alt. Es wird nirgends angekauft !“ ... „Was du wolltest es auch schon verkaufen ?!“... „Kind sei vernünftig weißt du was, ich habe eine Idee : die Entwürfe vom Schneider sind ja noch da, und ich laß dir ein Kleid anfertigen, was genauso aussieht, gut ?“ ... „Ja, wirklich ?“....“Ja, und dieses kaputte Kleid hauen wir einfach weg.“..“Na gut Mama, aber nur wenns genauso aussieht !“...“Sicher doch, Kind.“... „Danke Mama !!“...Kurz darauf hörte man Türen, und Rascheln. Und kurz darauf lag die weiße Seide im selben Behälter wie der Werglumpen. Sie schauten sich beide lange an. Sie war noch immer viel schöner als das neueste Werg. Sie war noch immer der schönste Stoff für ihn. Wie damals im Korb lag sie nun auf ihm. Sie fühlte sich genauso weich an, wie damals. Ihr Duft war der eines Parfums geworden. Schneeflocken umtanzten sie sacht. Der Werglumpen dachte in seinem Glück zu ertrinken, so groß war seine Freude. Schnell aber fiel ihm das ein, was er sagen wollte, bevor sie getrennt worden waren, in der Näherei. „Verzeih mir.“ , sagte der Werglumpen. „Wofür ?“ fragte die weiße Seide mit der gleichen Stimme, die er zuletzt im Kleiderkorb hörte. „Den Kuß“, sagte der Werglumpen, kurz. Die weiße Seide sah ihn mit einem in die Jahre gekommenen Lächeln an. Eine Zeitlang verblieb sie so. Doch dann gab sie ihm einen Kuß. Er wußte gar nicht wie ihm war. Er spürte keine Kälte mehr. Nicht die Kälte des Windes, nicht die Kälte des Metallbodens. Er sah sie nur an, und war sprachlos. „Ach,“ sagte sie, „die teuren Kleider sind doch unnütze, das weiß ich jetzt“. „Wieso denn ?“ , fragte der Werglumpen bekümmert. „Ich sah dich auf dem Bettler und fragte mich, wie oft hast du wohl schon diesem Bettler das Leben gerettet, im Winter, während ich nur dem Auge der eitlen Mädchen gedient habe ?“, sagte die weiße Seide, und fügte hinzu : „...wieviele Menschen starben wohl, weil ich statt eines Werges eine weiße Seide war, die nur für hochnäsige Freuden benutzt wurde. Nun weiß ich, Werge und andere Lumpen sind mehr wert als ich, weil ihr Wert nicht mit Geld bezahlbar ist. Alles was Freude ist, sind nur illusorische Werte“. Doch der Werglumpen sagte ihr : „Ach, liebes Kind, erinnerst du dich an das Wochenende das wir hatten ? Wir feierten und alberten herum, und du hattest mir die größte Freude bereitet, die ich in meinem Leben hatte. War das Illusion ? Nein, ich freute mich wahrhaftig, wie die jungen Damen, denen du Freude bereitet hast. Du hast genausoviel zum Leben beigetragen, wie ich. Ich habe Leben erhalten, doch du hast es sinnvoll gemacht“. Die weiße Seide sah ihn wieder an. Nun wußte sie nicht, was sie sagen soll. Sie sah ihn nur an. Dann aber antwortete sie, indem sie ihn umarmte. Und so blieben sie, bis der Lauf der Zeit kam... - - Ende - - |
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