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| ISBN: 3907194802 ISBN: 3907194802 ISBN: 3907194802 ISBN: 3907194802 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Er konnte sich das nun noch weniger Verzeihen, als den Kuß
am Vortag. Er haßte sich nun, deswegen was er über die weiße
Seide ezählt hatte. Und als er kurz alleine gelassen war, wollte er hin
zur weißen Seide sich abermals entschuldigen. Nun aber noch ernster
gemeint denn sein Gewissen belastete ihn nun doch zu sehr. Die weiße
Seide, war jedoch gerade mit etwas anderem beschäftigt. Das war gut für
den Werg wenigstens würden ihn die teuren Stoffe nicht verscheuchen.
Er waren nur noch wenige Schritte zu ihr, und er fühlte sich, obwohl er
große Angst hatte doch besser, weil er dachte, daß er nach dem Entschuldigen
nun frei von seinem Gewissen wäre. „4 Schritte noch“, dachte
sich der Werglumpen...3....2....1...und plötzlich flog er hinfort ! Eine
Hand hatte ihn ergriffen. Die weiße Seide sah ihn kurz, aber er wußte
nicht was für einen Blick sie ihm zuwarf so schnell war er weg vom
Korb. „Der gehört doch gar nicht hierher !!“, rief eine alte
Frauenstimme, und warf den Werg im hohen Bogen in den Korb am Eingang. Da lag
der Werglumpen nun inmitten Seinesgleichen. Sie begrüßten ihn kollegial,
und machten ihn schon auf sein Schicksal bereit trösteten ihn, daß
es nicht so schlecht wäre, ein Werglumpen zu sein, und das es auch Glückspilze
gibt. Aber der Werglumpen war nicht deswegen traurig. Ihn kümmerte absolut
nicht, was aus ihm werden würde. Er schaute die ganze Zeit zum Kleiderkorb,
und war traurig darüber sich bei ihr nicht entschuldigt haben zu können.
Traurig darüber, sie nun nie wieder zu sehen. Er schmachtete ihr nach,
als ob er sie für immer verloren hätte. Aber er dachte sich, es wäre
noch immer besser, nur in einem anderen Korb zu sein, denn von da könnte
er zu ihrem Korb noch rüberschauen. Schon am Nachmittag aber ergriff ihn
eine Bettlerhand, richtete ihn gegen die Sonne, und die Stimme meinte: „Wow,
der wirkt ja wie neu !“, und derjenige Bettler trug den Werg fort. Immer
kleiner wurde die Näherei mit der Ferne, und am Schluß bog der Bettler
um eine Ecke, und der Werglumpen verlor ganz den Aufenthaltsort seiner geliebten
Seide. Er war nun noch trauriger. „Ach könnte es nun voriger Montag
sein alles würde anders verlaufen !“, dachte er sich. Vielleicht
wäre er da noch immer im Kleiderkorb, weil er noch immer die Unterlage
der weißen Seide sein dürfte. Und nun ist er die Unterlage eines
stinkenden Menschen, der ihn auf Stein schlafen läßt.
Die Jahre vergingen, und der Werglumpen bekam Risse, die genäht wurden. Hier und da, franste er auch schon aus. Hier und da wechselte er für einige Äpfel und Kartoffel den Besitzer. Eines Tages trug ihn ein krimineller Bettler. Dieser beobachtete mal, wie die Königskutsche vor einem Kaufmannshaus Halt machte, und der Prinz und einige Diener aus der Kutsche stiegen. Der Bettler hatte sie alle genau beobachtet. Die Prinzessin war noch im Wagen, also riß er schnell die Wagentür auf, stürzte sich über die Prinzessin, und bedrohte sie mit einem Messer. Jeden Schmuck der in der Kutsche war, wollte er von ihr haben. Schnell zeigte sie ihm die Verstecke, und er packte soviel in seine Taschen ein, wie er Platz in ihnen hatte. Einiges trug er auch auf Händen fort. Sogar die Perlenkette riß er der zarten Prinzessin vom Halse. Schnell wollte er sich auf und davon machen, doch als er ein wenig weiter weg war, schrie die Prinzessin um Hilfe, und die Diener erschienen sofort. Der Prinz erst später, aber dieser gab den Dienern sofort den Auftrag, den Dieb zu fassen. Zwei Diener konnte der Bettler abschütteln, doch ein Dritter erreichte den Bettler in einer Sackgasse. „Her mit dem Schmuck, im Namen des Königs !“, befahl der Diener in Rittersrüstung. Der Werglumpen erkannte sofort den Metallmaschenstoff. Auch dieser erkannte ihn, und sie redeten beide kurz, während der Bettler sich gegen den Soldaten auflehnte. „Ein ganzes Leben lang hab ich arm gelebt, und dieser kleine Schmuck wird das Königreich nicht ärmer machen und wenn ich kämpfen muß ich geb den Schmuck nicht her !!“, sagte der Bettler. Kurz dachte der Soldat nach, daß er den Bettler laufen lassen solle, aber eine kleine Menge hatte sich schon hinter ihm versammelt. Es wäre als Pflichtverweigerung erkannt, wenn er den Bettler laufen gelassen hätte, vor so vielen Zeugen. So also zog er sein Schwert. Währenddessen sprach der Werglumpen zum Metallstoff: „Du die weiße Seide, hast du von ihr etwas gehört ?“. „Oh der kleine Werg hat sich verliebt!“, antwortete etwas spottend dieser Stoff zurück, aber dann besinnte er sich, und meinte: „Nun ja, wie ich von unserem Leder gehört habe, wurde sie zu einem schönen Ballkleid verarbeitet. Irgendeine Gräfin hat sie also. Aber ich habe sie nicht mehr gesehen, naja, tröste dich damit : es gibt noch andere feine Stoffe denkst du, du als Lumpen würdest irgendwann zu einer Gräfin kommen können ?“. Der Werglumpen gab ihm recht, bedankte sich aber für die Informationen vom Metallstoff. Kurz darauf durchstach der Soldat den Werg, und der Bettler sackte zusammen. Der Bettler hatte schließlich nur seinen Stock, gegen das Schwert eines Ritters. „Verzeih mir Werg ich kann nichts dafür denn den den ich bekleide, hat dir das Loch gemacht und nicht ich.“, sagte der Metallstoff, und der Werglumpen erwiederte : „Ach keine Sorge, das geht schon in Ordnung ist nicht mein erstes Loch. Das Leben geht weiter...“. Beide Stoffe verabschiedeten sich, und ein Bettlerjunge nahm den Werg vom toten Bettler. Den Schmuck aber nahm sich stolz der Soldat, und trug es wie eine Trophäe zur Prinzessin. Als die Mutter des Bettlerjungen den blutigen Werg sah, sagte sie zu ihm: „Schmeiß das sofort weg : wer weiß, was für eine Krankheit der Bettler hatte !“. Aber der Bettlerjunge verkaufte ihn an einen seiner Kumpels. Dieser wusch den Werg, und nähte das Loch, und verwendete ihn weiter. Winter für Winter wärmte dieser Werg den Jungen, bis der Junge ein alter Mann wurde. Manchmal ging dieser alte Mann noch an Geschäften vorbei, nur um mit seinen Augen die Kuchen und Köstlichkeiten zu essen. Manchmal ging er auch an Häusern mit Festsälen vorbei, um das freudige Treiben an den Festen zu beobachten. |
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