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| ISBN: 3760713726 ISBN: 3760713726 ISBN: 3760713726 ISBN: 3760713726 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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„Du mußt dich ja sehr freuen...“,sagte die weiße Seide zum Werg „...denn ein ganzes Wochenende darfst du nun mit mir im Korb verbringen. Nicht vielen wurde es bisher zuteil, solange an meiner zarten Haut zu liegen.“. Der Werglumpen dachte kurz nach und meinte: „Da hast du wohl recht es ist schön mit dir so Stoff an Stoff zu sein.“. Der Werglumpen dachte sich wirklich, daß alle anderen Stoffe die auf ihm lagen viel roher waren. Kurz dachte er sich, er würde mit seiner Rauheit die weiße Seide verletzen und fragte sie zur Sicherheit: „Schürft mein Stoff nicht an deiner zarten Haut ?“. „Ach,“, sagte die weiße Seide , „das stört mich nicht wirklich. Im Gegensatz zu mir waren alle Stoffe rauh mach dir keine Sorgen.“. Der Werglumpen war beruhigt und erfreut, daß er dieser edlen weißen Seide kein Übel war. Und so unterhielt er sie mit seinen Reden. Er erzählte ihr kleine Witze, die er von Stoffen so hörte erzählte Geschichten, wie es einigen Stoffen erging, auch kleine lustige Begebenheiten in der Näherei. Dies unterhielt die weiße Seide, und sie sah im Werg eine nette Gesellschaft. Doch eigentlich vermißte sie den Stoff aus den Metallmaschen. Er war schnell weg. Sie hatte sich kaum von ihm verabschieden können. Ja er war der Einzige für sie, der ihr ebenbürtig erschien. Zu ihrer Freude, wußte der Werglumpen auch viel von diesem Metallstoff zu erzählen. Er erzählte, wie er in den Korb kam; er erzählte, was so seine Gewohnheiten waren, wie er zu sprechen pflegte, und ähnliches. Der Werglumpen sah, daß er ihr sehr gefallen mußte und so erzählte er immer weiter von ihm. Natürlich flunkerte der Werglumpen manchmal, und meinte, daß die Metallmasche einige der beeindruckenden Sachen von ihm erlernt hätte. Aber das störte die weiße Seide nicht, auch wenn ihr das auffiel. Es kam der Sonntag Abend, und beide unterhielten sich wieder einmal fabelhaft. Sie lachten gemeinsam, beschmissen einander mit Fingerhüten, und alberten herum. Der Werglumpen freute sich über dieses Erlebnis sehr, ja er meinte, sich in die weiße Seide verliebt zu haben. Als sie müde von dem lustigen und erlebnisreichen Tag, wieder in den Korb gingen, war auch die Sonne schon im Untergehen. Sie warf ihre güldenen Strahlen durch die Fenster und ließ den Staub im Raum in einer warmen Farbe leuchten. Die Nadeln, Scheren, und andere Metallgegenstände funkelten als ob sie verzaubert wären. Die weiße Seide aber lag auf dem Werg, wie immer, denn der Korbboden wäre noch rauher gewesen, auf dem der Werglumpen lag. Der Werglumpen sah, wie gemütlich sie es sich auf ihm machte, und es war ein sehr angenehmes Gefühl für ihn. Und der schöne Sonnenuntergang der in den Raum schien, unterstrich dieses schöne Gefühl. Sie war ihm nun näher als sonst. Er konnte ihren Duft riechen. Diesen süßen seidigen Duft, und er wollte sich dafür mit einem Kuß bedanken. So küßte er sie doch plötzlich schreckte sie zurück und fragte ihn: „Was machst du da ?“. Der Werglumpen war verwirrt. Damit hatte er nicht gerechnet. Er wußte nicht wie er antworten sollte. Deshalb antwortete er das denkbar Schlechteste: „Ich dachte, nachdem ich dir so ein schönes Wochenende geschenkt habe, dürfte ich das.“. Die weiße Seide war ausser sich : „Was denkst du ? Du denkst, daß ich mit dir deswegen küßen müßte ? Ich muß überhaupt nichts für dich machen. Was heißt überhaupt : ich muß ? Du bist wohl verrückt geworden !“. „Nein“, sagte der Werglumpen , „...so meinte ich das nicht, ich meinte, ich wollte...weil...“, aber er fand nicht die Worte in seiner Verwirrung und Angst. „Du hast wohl vergessen, daß ich den Metallmaschen-Stoff liebe was bildest du dir eigentlich ein, mich zu küßen ? Mich weiße Seide ?“, sagte die weiße Seide, noch immer ausser sich, daß der Werglumpen sie küßte. Aber sie wartete die Antwort des Werges nicht ab, und stieß ihn von sich wie einen ansteckenden Kranken. Sie legte sich nun ans andere Ende des Korbes, auch wenn der Boden des Korbes ungemütlich war für sie. Der Werglumpen aber blieb auf seinem Platz und schaute ihr nach. Die Sonne war nun untergegangen, und die Straßenlaternen schienen noch schwach hinein. Sie beleuchteten die weiße Seide etwas. Genug zumindest, daß der Werglumpen ihr zusehen konnte. Zwar schimpfte sie ihn nun, daß er sie nicht dauernd anstarren soll, aber er schuf es nicht, auf Dauer wegzuschauen. Immer wieder fand sein Blick zu ihr. Irgendwann schlief sie ein, und er konnte ihr ungestört zusehen, wie sie schläft. Eine Welt war für ihn zusammengebrochen. Er dachte, er hätte die weiße Seide beeindruckt. Nie war ihm ein Stoff so wichtig gewesen, wie diese weiße Seide nun. Er schaute zu ihr, wie zu einem unbergbaren Schatz. Einem Schatz den er nicht heben konnte. Er hätte sich natürlich gerne gewünscht, daß er gemeinsam mit ihr, zu einem Kleid gemacht werde aber diesen Gedanken wagte er nicht zu denken. Er zerbrach sich die ganze Nacht den Kopf, ob er zu ihr hingehen sollte sie vielleicht aufwecken sollte, und sich entschuldigen sollte. Ob er ihr sagen sollte, sie dürfe wieder auf ihm schlafen, weil das gemütlicher wäre als der Boden des Korbs und sie müsse nicht befürchten, daß er „Blödsinn“ mache. Ja er dachte stark nach, ihr das zu sagen. Manchmal, da nahm er sich seinen ganzen Mut zusammen, stand auf, aber als er ein Stück zu ihr gegangen war, kam seine Angst hoch, wie böse sie wohl sein würde, wenn er sie aufwecken würde. Und so, ging er wieder auf seinen Platz und grübelte, und beobachtete sie. Oft wand sie sich auf dem ungemütlichen Boden manchmal hatte er sogar den Eindruck, daß sie kurz aufgewacht war, um sich neu zu falten und wieder hinzulegen. Da wollte er dann schnell zu ihr, und ihr sagen, was er vorschlagen wollte. Er hätte alles gegeben, daß es wieder so sei, wie gestern.... wo sie auf ihm lag... wo er ihr einfach nah sein konnte, und einfach alles in Ordnung war. Wo sie manchmal aufwachte, und sich anders hinlegte, um es dem Werg nicht ungemütlich zu machen. Wie nett war das doch von ihr. Und nun lag sie am anderen Ende, und er durfte es nicht einmal wagen ihr so harmlos nah, wie gestern zu sein. |
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